Girls Night 🥂 Aber mit Sicherheitsplan
Standort teilen und Getränk im Blick behalten: Für viele junge Frauen gehört Sicherheit beim Feiern automatisch zur Planung dazu.
Eigentlich sollte ein Abend mit Freundinnen mit Fragen beginnen wie: Was ziehen wir an? Wo treffen wir uns? Und welche Musik läuft dort?
Trotzdem laufen oft noch ganz andere Überlegungen im Hintergrund: Wie komme ich später nach Hause? Fährt noch eine Bahn? Geht jemand denselben Weg? Teile ich vorsichtshalber meinen Standort?
Viele dieser Dinge sind für uns so normal geworden, dass wir kaum noch darüber nachdenken. Die Nachricht „Bin zu Hause“ gehört nach einem Abend fast genauso dazu wie die Verabschiedung selbst.
Von der Uni auf MAYPERSPECTIVE
Genau mit diesem Thema haben wir uns in einem Uni-Projekt beschäftigt. Unsere Aufgabe war es, ein eigenes journalistisches Konzept zu entwickeln und daraus entstand Big Sister Talk.
Das Projekt hat mir ehrlich gesagt richtig viel Spaß gemacht. Vielleicht auch, weil es nicht nur irgendeine theoretische Aufgabe war, sondern ein Thema behandelt, das mich selbst beschäftigt. Deshalb dachte ich mir: Warum eigentlich nur in einer Präsentation darüber sprechen und nicht auch hier auf MAYPERSPECTIVE?
Big Sister Talk soll junge Frauen rund um das Thema Sicherheit im Nachtleben informieren und stärken. Wie eine große Schwester, die ehrlich über unangenehme Situationen spricht, Tipps gibt und gleichzeitig vermittelt: Du bist damit nicht allein.
Dabei soll es aber nicht nur um die nächste Liste mit Regeln für Frauen gehen. Denn echte Prävention bedeutet auch, Männer direkt anzusprechen, Grenzen und Zustimmung zu thematisieren und Clubs stärker in die Verantwortung zu nehmen.
Safe nights sollten normal sein
Natürlich werden wir wahrscheinlich auch weiterhin unsere Standorte teilen und Freundinnen schreiben, wenn wir zu Hause angekommen sind. Und gegenseitig aufeinander zu achten, ist etwas Gutes.
Trotzdem sollte das langfristige Ziel nicht sein, dass Frauen immer besser lernen, ihre Abende um mögliche Gefahren herumzuplanen.
Das Ziel sollte sein, dass sie irgendwann weniger planen müssen.
Ich wollte genau das. Warum denke ich schon ans Nächste? 👩🏼🎓
Heute habe ich ein ziemlich persönliches Thema mitgebracht. Etwas, über das ich in letzter Zeit immer wieder nachdenke.
Ich bin sehr ehrgeizig. Wenn ich etwas will, dann will ich es meistens richtig. Auch im Journalismus merke ich das total. Ich möchte möglichst viel lernen, Erfahrungen sammeln und irgendwann genau da ankommen, wo ich beruflich hinmöchte.
Und eigentlich liebe ich das an mir.
Trotzdem frage ich mich manchmal: Bin ich einfach ehrgeizig oder manchmal schon ein bisschen zu verbissen?
Denn sobald etwas klappt, auf das ich hingearbeitet habe, freue ich mich natürlich. Aber oft kommt erstaunlich schnell der nächste Gedanke: Und was jetzt? Was kann ich als Nächstes machen? Was fehlt noch? Wie komme ich noch einen Schritt weiter?
Dabei wollte ich doch genau das, was gerade passiert.
Vielleicht ist genau das die Frage, die mich im Moment am meisten beschäftigt: Warum fällt es mir manchmal leichter, auf das nächste Ziel zu schauen, als kurz wirklich stolz auf das zu sein, was ich schon geschafft habe?
Ich möchte meinen Ehrgeiz auf keinen Fall verlieren. Dafür bedeutet er mir zu viel. Aber ich möchte lernen, dass nicht jeder Erfolg sofort zum nächsten To-do werden muss.
Vielleicht geht es gar nicht darum, weniger zu wollen.
Vielleicht geht es darum, zwischendurch öfter zu merken: Hey, genau hier wollte ich doch einmal hin.
Warum Frauenfreundschaften endlich die Hauptrolle bekommen – Girl Hood ist mehr als nur ein Trend 🩷
Girlhood ist dieses Gefühl, in dem Frauen sich nicht erklären müssen, weil sie sich längst verstehen.
Ich liebe Girlhood.
Dieses ganz bestimmte Gefühl, das eigentlich aus tausend kleinen Momenten besteht.
- zusammen fertig machen
- sich gegenseitig Outfits schicken
- stundenlange Sprachnachrichten
- gemeinsam auf die Clubtoilette verschwinden
Und gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass Girlhood gerade überall ist.
Auf TikTok, in Serien, in Musik, in Mode. Friendship Bracelets, Schleifen, „girls supporting girls“, Freundinnen-Dates und ganze Trends, die weibliche Freundschaften und dieses besondere Gefühl zwischen Frauen feiern.
Aber warum eigentlich gerade jetzt?
Vielleicht auch deshalb, weil Frauen in Medien lange ziemlich anders erzählt wurden. Konkurrenz, Eifersucht, Vergleiche… All das gehörte gerade zwischen Frauen gefühlt ständig dazu.
Heute wirkt es fast wie eine Gegenbewegung dazu.
Frauenfreundschaften werden nicht mehr nur als nette Nebenhandlung gezeigt. Sie werden selbst zur großen Geschichte.
Und ich glaube, genau deshalb mag ich Girlhood so sehr.
Denn für mich hat Girlhood eigentlich ziemlich wenig mit Pink, Schleifen oder einer bestimmten Ästhetik zu tun. Es sind vielmehr diese kleinen Selbstverständlichkeiten zwischen Frauen.
Eine Freundin, die deinen Standort bekommt, wenn du alleine nach Hause gehst. Eine fremde Frau auf einer Party, die sofort merkt, wenn du dich unwohl fühlst. Jemand, der dein Outfit zum fünften Mal bewertet, obwohl du eigentlich längst weißt, was du anziehen willst.
Vielleicht feiern wir Frauenfreundschaften gerade deshalb so sehr, weil wir langsam merken, wie wichtig sie eigentlich sind.
Romantische Beziehungen werden oft als die großen Beziehungen unseres Lebens erzählt. Dabei sind es genauso häufig Freundinnen, die uns durch komplette Lebensphasen begleiten.
Natürlich ist nicht jede Frauenfreundschaft automatisch perfekt. Auch Girlhood ist kein kitschiger Zustand, in dem sich plötzlich alle Frauen verstehen.
Aber vielleicht steckt genau darin etwas Schönes: die Entscheidung, andere Frauen nicht automatisch als Konkurrenz zu sehen.
Sondern als Verbündete.
Und vielleicht ist Girlhood deshalb gerade mehr als nur ein Social-Media-Trend.
Für mich beschreibt es dieses Gefühl, als Frau nicht alleine durchs Leben zu gehen. Sondern immer wieder andere Frauen zu finden, die einen verstehen, auffangen und feiern!!